Ralph Baer ist verstorben – Ein Rückblick

Dienstag, 16. Dezember 2014

Videospiele sind heutzutage kaum noch wegzudenken. Doch ohne Ralph Baer wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen. Nun ist der so genannte „Vater der Videospiele“ leider verstorben. Er war ein Mann, der mit seinem Leben zufrieden war, da er viele Jahre lang machen durfte, was ihm eine enorme Freude bereitete: erfinden und das tat er zur Genüge. Seine Schöpfung war bemerkenswert und ist weit bekannt, zumindest in Haushalten mit Kindern, in denen die Videospielkonsole heiß begehrt ist.

Sein Leben

1922 wurde Ralph Baer geboren und der jüdische Junge erfährt sehr schnell, was Nationalsozialismus für ihn bedeutet. Mit 14 Jahren wird er aufgrund der Abstammung der Schule verwiesen. Er und seine Eltern flüchten außer Landes. Zwei Monate später zerbrechen in Deutschland Schaufenster sowie Leben. Er verliert seine Heimat und fast die ganze übrige Familie stirbt im KZ. Ralph Baer arbeitete in Amerika für zwölf Dollar pro Stunde in einer Fabrik, während seine Eltern ihn zu Hause unterrichteten. 1940 bestand er den Abschluss als Fernsehtechniker und 1943 zog er mit dem amerikanischen Geheimdienst in den 2. Weltkrieg. Nach Kriegsende begann er bei der Rüstungsfirma Sanders als leitender Ingenieur. Zu diesem Zeitpunkt begann seine Erfinderkarriere. Er baute Geräte zum Abhören von Sowjets in Berlin durch die Amerikaner, ein Radarsystem zum Aufspüren von U-Booten und Baer entwickelte die Rakete mit, welche Neil Armstrong zum Mond brachte.

Idee der Videokonsole

1966 hatte er die Idee seines Lebens: Auf dem Fernseher mit- und gegeneinander zu spielen und denkt sich Spiele aus. Er begann, mit Kollegen ein Gerät zu entwickeln und ein Jahr später ist ein Prototyp entstanden: Die so genannte „Brown Box“, mit welcher auf dem Fernseher Pingpong gespielt werden kann. Baer meldet dafür ein US-Patent an. 1972 brachte die Firma Magnavox endlich seine Konsole „Odyssey“ heraus und in drei Jahren werden etwa 350.000 Stück verkauft. Baer ist mittlerweile über 50 Jahre alt und hat Erfolg, den plötzlich jemand anderes beansprucht: Nolan Bushnell, der Chef des Unternehmens Atari, behauptet, dass er die Videospiele erfunden habe. Baer klagt und gewinnt nach einem langen Rechtsstreit.

Der vielseitige Erfinder

Ralph Baer verließ bald die Rüstungsfirma, um rastlos Neues zu erfinden. Er meldete über 150 Patente an: Videospiele, Spielzeuge, ein interaktives Buch, das Musikspielzeug Senso, eine sprechende Türmatte etc. Er sagt selbst, er hätte die Freiheit erhalten, tun zu können, was er liebt. 2006 wurde er mit dem amerikanischen Nobelpreis für Technik geehrt. Baer hat sich bis zum Tod Gedanken über neue Technologien gemacht. Seine Schaltpläne und Notizen wurden vom Washingtoner Smithsonian Museum digitalisiert. Am 6. Dezember 2014 verstarb Ralph Baer im Alter von 92 Jahren in Manchester, New Hampshire.